Mai 30

Noch 90 Tage – Willkommen im Abenteuerland

Mülheimer Reitwege

Ehrlich gesagt, kennen Ljosfari und ich unser Gelände, wie unsere Westentasche. Da ich mehr oder weniger seit beinahe 40 Jahren auf denselben Reitwegen unterwegs bin, kann dies hin und wieder ein ganz klein bisschen dröge werden. Umso schöner, wenn wir mal die Zeit haben, die Ponys in den Hänger zu laden und uns im einem anderen Reitgebiet uns umzusehen.

Heute hatte ich mir den nahen Uhlenhorst ausgesucht, auch weil dort es dort eine Hügel zum rauf- und runterkraxeln gibt und das für meine Flachlandtiroler vielleicht doch eine Herausforderung bedeutet. Ausserdem gibt es im Uhlenhorst einen wunderbaren alten Baumbestand und auch wenn es sonst sehr heiß ist, kann man dort angenehm reiten. Nur die durch Regen aufflammenden Bremsen und Mücken hatte ich nicht auf dem Schirm, obwohl wir die Ponys wirklich gut eingesprüht hatten, waren sie doch extrem genervt. Aber stechende Insekten sollten nicht die einzige Herausforderung bleiben.

Keine gute Tat und Horrorbach 🙂

Kaum hatte wir die erste Trabstrecke bewältigt, erblickten wir auf einer eigentlich harmlosen Pferdeweide auf einmal riesige weisse Zelte – ein Zeltlager der Pfadfinder. Mit Volleyballspielfeld auf dem ordentlich geschmettert und angefeuert wurde, inclusive Dixie-Klo direkt am Reitweg. Youngster Vinnie wurde immer größer. So fühlt es sich also an, wenn das Pony kurz vorm platzen ist….

Also tief durchatmen, beruhigend auf das Pferd einplaudern: „Was für ein fantastisches und  mutiges Pony, er doch ist. Wen, das jetzt wohl mehr beruhigt hat 🙂 Kaum hatte der kleine Vinnie sich etwas beruhigt, standen wir schon vor der nächsten Herausforderung. Herzlich Willkommen im Gelände-Abenteuer für Ponys: Ein Bach mitten auf der Sandstrecke. Frisch gepflastert, mit malerischem Kiesbett in der Mitte, eingesäumt mit weiss-roten Absperrband, das lustig im Wind flatterte. Es war klar, da gehen die wasserscheuen, falben Gesellen nicht freiwillig durch. Also absteigen und selber nasse Füssen holen und natürlich so tun, als wäre dies ein ganz willkommene Abkühlung. Schließlich will man ja nicht den Argwohn der Vierbeiner unnötig durch Rumgefluche und Gezeter vergrößern.

Aber mit unserer Schauspielkunst ist es wohl nicht weit her und die Ponys nahmen uns die Vorstellung nicht ab und blieben skeptisch. Schließlich fasste sich Ljosfari doch ein Herz und Vinnie wollte nicht alleine in der Wildnis des Pfadfinderlagers zurück bleiben.

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Mai 15

Noch 101 Tage – Trainingsreihen machen Spass :-)

Vor den Kühen auf der Wiese hat Vinnie ordentlich Respekt

Ljosfari

Heute stand für Ljosfari die Übungsreihe “ Ecken ausreiten“ auf dem Program.

Die Trainingsidee „Ecken ausreiten“: 

  • Vor der kurzen Seite anhalten,
  • konzentriert durch die erste Ecke
  • in der nächst schnelleren Gangart durch die zweite Ecke
  • Mitte der nächsten langen Seite wieder durchparieren zum Schritt
  • und dann das Ganze von vorn 🙂

Bei Ljosfari ist es immer extrem wichtig, das man seinen Blick immer  genau dorthin wendet, wo man hinreiten möchten. Er reagiert, da sehr fein und ist sehr schnell irritiert, wenn man nicht fokussiert reitet. Auf der rechten Hand war er deutlich besser als links.

Bei dieser Übungsreihe merke ich leider sehr deutlich, das die Parade vom Schritt zum Halt nicht schön sind. Er hebt sich sehr oft raus und drückt den Rücken weg. Ich muss da mehr auf meine Hand aufpassen, ich glaube sie bleibt nicht locker genug und drückt gerade, wenn er meckert zuviel. Auf der linken Hand merke ich sehr deutlich, daß das Pony mich schief hinsetzt und ich mich aktiv immer wieder gerade setzen muss. Nach einer kleinen Eingewöhnungsphase reite ich halbe Bahn und nehme so natürlich die doppelte Menge Ecken mit und kann ausserdem schneller die Hand wechseln.  Macht er sich links zu fest, geht es halt rechts rum weiter bis er sich wieder gelöst hat, dann probiere ich erneut die schlechte Seite, um das gute Gefühl mit rüber zu nehmen.

Außerdem habe ich mehr Variabilität in der Übung. Ich kann vor jeder Ecke anhalten und/oder nach jeder Ecke antraben. Ich habe erst auf seiner guten Seite getrabt um ihn ein bisschen zu lösen und erstaunlicherweise gingen die Trab-Schritt-Paraden besser als die Schritt-Halt-Paraden. Auch hatte ich das Gefühl, das er sich bei der halben Bahn besser löste, als sonst bei unserer Zirkelarbeit, (vielleicht hatte ich aber auch einfach im Schritt besser vorgearbeitet – das muss ich noch mal genauer beobachten).

Da er ziemlich locker war, habe  ich dann begonnen auf der linken Seite zu tölten. Im Moment hat er nur ein sehr langsames Tölttempo (nah am Walk), das er losgelassen und mit lockerem Rücken gehen kann. Je nach Gemütszustand ist dieses Tempo einfach oder gar nicht herstellbar. So habe ich, nachdem wir den Takt gefunden hatten, ihn weitertölten lassen und habe ihn nicht immer wieder zum Schritt zurückgenommen. Das Treiben mit dem inneren Schenkel in den Ecken hilft sehr, sein inneres Bein, wie auch seine Bauchmuskeln zu aktivieren. Die Haltung wurde immer besser und ließ sich auch auf der ganzen Bahn, wo er sonst gerne mal ins Rennen kommt durchhalten. Da er mir einen sehr feinen Zügelkontakt angeboten hatte, habe ich dann auch ein dpaar Übergänge zum Schritt versucht, die sich auch alle sehr harmonisch anfühlten.

Das Pony bekommt also heute eine Eins plus mit Sternchen 🙂

Varianten

Beim nächsten Mal werde ich wohl versuchen ein bisschen mit der Innen- und Aussenstellung zu spielen, um ihn noch mehr im Genick zu lockern.

Vinnie

und nein wir reiten nicht über die Autobahn, sondern drunter durch 🙂

Mit Vinnie war ich im Gelände, er braucht dringend noch ein bisschen mehr Kraft und Kondition. Also habe ich für meinen kleinen Flachlandtiroler eine kleine Berg- und Tal-Strecke ausgesucht. Knapp 7 Kilometer waren wir unterwegs.

Zu Beginn hatten wir wieder die Diskussion: Heisst Schenkeldruck, wirklich vorwärts ? Ja wirklich!!! –  Aber nach den langen Grashalmen am Wegesrand darf ich doch wohl angeln ? Nein, geh vorwärts !!!

Als Working Equitation Horse muss man sich ja auch „schwarzen Stieren“ stellen und da hatte uns der Zufall gleich drei Exemplare an den Reitweg gestellt. Das fand das kleine Pony sehr, sehr aufregend.

Bergrunter ist übrigens nicht wirklich seine Spezialdisziplin. Nach unserem Sturz vor einer Woche bin ich doch etwas vorsichtiger geworden und verlange von ihm, das er langsam und geschlossen den Hügel hinunter kraxelt. Aber das Pony entdeckt aber immer wieder am Hang neue spannende Dinge, die seine Konzentration beanspruchen (wird der Baumstamm uns anfallen, was schimmert da so komisch etc.).

Bergrauf ging es schon wieder besser. 🙂 und er war auch fast gar nicht müde. 😉

… morgen geht es zum Trail Training zu meiner Freundin Monika. Ich bin sehr gespannt, wie Ljosfari sich da anstellen wird. 😀

 

Mai 10

105 Tage – Der Countdown beginnt…

Manchmal braucht es eben eine Herausforderung!

Deshalb möchte ich dieses Jahr in der Gaited Working Equitation Klasse auf der Internationalen Deutschen Meisterschaft im Gangreiten starten. Schon länger flimmert diese Idee durch meinem Kopf, aber irgendwie kam immer etwas dazwischen…

Aber in diesem Jahr möchte ich mich dieser Herausforderung stellen, dafür gibt es mehrere Gründe:

  • Erst einmal  hat mir Atli´s Tod gezeigt, das man Dinge, die man gerne mal machen möchte, nicht immer aufschieben sollte. Sonst macht man sie irgendwann eben nicht mehr.
  • Der zweite Grund ist: Ich bin von dem Konzept der Gaited Working Equitation Prüfung wirklich sehr überzeugt. In dieser neuen Prüfung ist gutes, punktgenaues Reiten mit feinen Hilfen das Ziel. Nicht das Höher – Schneller – Weiter was sonst oft das Gangpferde-Reiten beherrscht. Ich möchte diese Idee unterstützen und gerne auch weiter tragen. Was genau, da auf uns zu kommt, davon werden wir auf jeden Fall in Zukunft berichten. 🙂
  • Ziele sind wichtig, sonst plätschert das Training gerne so ein wenig dahin.
  • Ich erhoffe mir also, das etwas mehr Struktur in mein Reiten kommt und die Arbeit unter Sattel  noch mehr in mein Training eingebunden ist. Reiten und Bodenarbeit sollen sich sinnvoll ergänzen und so den Fitness- und Spasslevel von Mensch und Pferd noch weiter nach oben treiben. Ich bin sehr gespannt.
  • Aber nicht nur der Fitnesslevel meiner Pferde soll verbessert werden, sondern auch mein eigener. In den vergangenen Jahren hat mich mein Übergewicht sehr oft ausgebremst. Aber in diesem Jahr soll dies anders werden. Ich habe 19 Kilo abgenommen und es sollen bis zum Tag X, das ist der 23. August 2018 noch mindestens 5 weitere Kilos verschwunden sein. Also sollen nicht nur die Ponys fitter und beweglicher werden sondern auch ich !!! Deshalb die erste Tat des heutigen Tages 4,2 Kilometer joggen. 🙂
  • Die Ponys hatten heute eher ein ruhiges Programm. Wir haben noch ein bisschen die Seele baumeln lassen und ich bin ruhig mit meiner Tochter ausgeritten. Sie durfte das Tempo bestimmen und so waren wir erstaunlicherweise viel im Schritt unterwegs.  Ljosfari erholt sich ja immer noch von seiner chronischen Bronchitis und Vinnie ist auch mit seiner Kondition noch ganz am Anfang. Aber wir werden das schon steigern.

Wir sehen uns also, auf der 24. Internationale Deutsche Meisterschaft im Gangreiten in Blankenheim 🙂

Links: 

Wenn Ihr auch mal eine Gaited Working Equitation reiten möchtet, hier gibt es das Reglement.