Juni 22

Noch 81 Tage – Hestadagar Margarethenhof

Hestadagar nennt man die Freizeitreiter-Turniere des IPZV. Ich finde dieses Veranstaltungskonzept einfach super toll. Es sind fast immer Ein-Tages-Veranstaltungen. Meist wird eine Kombi aus tollen Spassprüfungen und den ernsteren Tölt- oder Gangprüfungen angeboten.  Es ist immer ein kleines Islandpferdefest. Wenn es irgendwie geht, sind wir gerne dabei.

Deshalb hatten wir auch das Hestadagar der Islandpferdefreunde Heinsberg fest in unseren Terminkalender eingetragen. In diesem Jahr haben wir uns allerdings wirklich schwer getan, weil Ljosfari solange mit seiner Hustengeschichte herum laboriert hat und noch nicht wirklich fit war und Vinnie. Vinnie ist eben Vinnie und eigentlich auch noch nicht bereit für ein Turnier. Aber wer wird sich von solchen Kleinigkeiten abhalten lassen. 🙂

Lange haben meine Töchter und ich über der Ausschreibung gebrütet. Wir waren uns durchaus der Tatsache bewusst, das wir keinen Blumentopf gewinnen werden und der Spass und die nette Erfahrung im Vordergrund stehen sollte. Die Beiden hatten also die Strategie, in welcher Prüfung blamiere ich mich am wenigsten. Es kam dabei heraus das Fahnenrennen 😀 und der Paar-Viergang.

Meine Idee war natürlich eine andere, wenn ich im Herbst IDGM (Internationale Deutsche Meisterschaft im Gangreiten) mitreiten möchte, dann brauchen die Ponys und ich viel mehr Erfahrung im Reiten von Wettbewerben. Also die Töltprüfung und der Trail für Vinnie. Da konnte er noch mal ein paar Eindrücke sammeln, wie es so ist mit mehreren Pferden sich auf der Ovalbahn zu bewegen und dabei bitte Zuschauer, Ansagerwagen und Lautsprecher-Boxen zu ignorieren:-)

Tölt oder kein Tölt – das ist hier die Frage 🙂

Um es kurz zu machen, die Töltprüfung haben wir ergebnistechnisch versemmelt. Er ist halt immer noch in der Lage von Pass, über Tölt bis zum Trab alles in einer Ovalbahnrunde unterzubringen. Er braucht noch eine entspannte Grundhaltung um locker flockig zu tölten. Aber das kommt, da bin ich ganz sicher! Ansonsten hat er seine Aufgabe wirklich gut gemeistert. Er hat alle Widrigkeiten gekonnt ignoriert und stapfte in einer mittleren Gangart seine Runden, auch als wir überholt wurden, war das okay.

Das Abreiten hingegen hatte sich noch ein wenig schwierig gestaltet. Da Ljosfari ihn anscheinend, ganz gegen seine sonstige Gewohnheit vermisste und dies ziemlich oft mit lautstarkem Gewieher zum Ausdruck brachte. Vinnie antwortete jedesmal prompt und mochte sich nicht von dem „heimischen“ Paddock entfernen oder gar auf dem dafür vorgesehenen Feldweg ein bisschen probe tölten. Was der Losgelassenheit des Youngsters nicht wirklich förderlich war. Die 3,8 ging in Ordnung und ich war trotzdem stolz auf das Pony, weil er es eben alles so fröhlich und friedlich gemeistert hat. Von mir bekam er eine 1 mit Sternchen und das nächste Mal fange ich auch bestimmt an zu reiten und halte nicht nur die Luft an und hoffe – das es gut geht. 🙂

Vinnie und der Trail 

Ich hatte ja schon mit dem schlimmsten gerechnet, aber der Trailparcour war fair und solide aufgebaut. Als erstes musste man von rechts aufsteigen, das hat mit dem Babypferd super geklappt. Ich war allerdings sehr froh, das es ein Höckerchen gab. Mein rechter Fuss ist ja immer noch meine Achillesferse und da kann auch Vinnie mal zu gross sein. 🙂

Dann folgte „Seitwärts über die Stange“, der geneigte Leser erinnert sich, da war doch was 🙂 Aber was soll ich sagen, trotz quietschgelber Stange hat er dies Hindernis gut bewältigt. Rückwärts um eine Ecke haben wir noch nicht geübt und so ist das „Stangen L“ eigentlich noch nicht in unserem Repertoire. Trotzdem hat er das wirklich grandios gemeistert.

Das Flattertor hatten wir auch schon mal zu Fuss geübt, aber wie wir festgestellt haben, macht es für Vinnie einen entscheidenden Unterschied, ob ich neben ihm stehe oder im Sattel sitze. Aber positiv denken: Er schafft das!!! Aber dieser umfunktionierte Fliegenvorhang beeindruckte ihn doch ganz schön! 🙂 Er näherte sich nur sehr zögernd, steckte aber dann doch die Nase durch ein Loch, das sich zwischen zwei Bändern gebildet hatte und dachte sich wohl: Da wo ein Kopf durchgeht, passt auch der Rest und ging vorsichtig aber entschlossen hindurch.

Als ich den Parcourplan gesehen habe, hätte ich 100 Euro darauf verwettet, daß die Plane kein Problem sein wird, die kennt er. Da ist er schon oft drüber und war eigentlich immer ziemlich cool, das schafft er !!! Die Wette hätte ich haushoch verloren. Vinnie und die Plane, da gab es an diesem Tag keine Chance, da müssen wir dann wohl doch noch mal ran 🙂

Trail beim HestadagarDann kam das berühmt berüchtigte „Wäsche-aufhängen“. 3 Kleidungsstücke sollten an einer Leine aufgehängt werden. Erst habe ich ein bisschen geflucht, das es nun auch noch drei Kleidungsstücke sein sollten. Hätte da nicht super süsse kleine, schwarze Socke gereicht ? Aber nach unserem dritten „Einkauf“ einem riesigen, schönen T-shirt waren wir schon echte Profis. Ich muss einräumen: Vinnie kann hilfreich im Haushalt sein, also wenn ich mal Wäsche am Stall aufhängen muss. Vinnie ist dabei :-)

Witzig finde ich, das man manchmal völlig falsch einschätzt, welche Dinge dem Pferd Probleme bereiten können. So war Wäsche transportieren und aufhängen kein Problem. Aber das Heranreiten an die Tonne, mit dem Wäschekorb war schwierig. Auch die Wäscheleine selbst war beim ersten Mal ziemlich gefährlich.

Dann kam der Zirkel. Die Aufgabe: Pony in der Mitte abstellen, absteigen und einen großen Gymnastikball in einem großen abgesteckten Zirkel um das Pferd rollen. Da Pferd sollte sich währenddessen nicht bewegen und auf gar keinen Fall, das Rund verlassen. Es kam, wie es kommen musste!  Die Nase meines Ponys klebte am Ball, aber wenigstens hat er mich und den Zirkel nicht verlassen. Erkenntnis: Das Kommando „Steh“ müssen wir im  Angesicht von Spielzeug noch mal genauer üben. Trotz der vielen Teilnehmer haben wir tatsächlich noch einen 9.Platz erreicht. Ich bin wirklich sehr stolz auf den kleinen Tollpatsch.

Smali mit Ljosfari

Diese Prüfung kannte ich noch gar nicht und war ziemlich neugierig. In der Ausschreibung hatte sich das angehört, wie eine Trailprüfung auf Zeit. Aber es war wohl mehr eine Geschicklichkeitsübung. Auf der Ovalbahn verteilt waren überall Slalomstangen, die rasch zu Boden gingen und daraus waren die verschiedensten Slalom, Kreise und Durchgänge etc. geformt.. Es hat sehr viel Spass gemacht und wenn  ich vorher einmal ins Programmheft geschaut hätte und mir die Hindernisse noch mal aus der Nähe angeschaut hätte, wer weiss wozu wir in der Lage gewesen wären. 🙂 Aber Sonntagmorgens um 10 Uhr bin ich unter Zeitdruck nicht zu gebrauchen. So aus der Ferne erschlossen sich mir einige Hindernisse nicht und dafür hat Ljosi es wirklich gut gemacht. Durch den Engpass sind wir sogar getöltet, aber insgesamt waren wir wohl zu langsam. Aber wir arbeiten an unseren Fähigkeiten.

Bevor ich es vergesse, meine Tochter mit Ljosfari hatte sich die richtige Prüfung ausgesucht und einen dritten Platz im Fahnenrennen erreicht. Wirklich schön bei den Hestadagar´s es wird bis zum letzten Platz platziert (das haben wir jetzt ausprobiert) und jeder bekommt seine Schleife und einen kleinen Gewinn.

Mein herzlicher Dank geht an den Verein der  Islandpferdefreunde Heinsberg, sowie an das ganz wunderbare Team vom Gut Margarethenhof in Jülich, die ihre traumschöne Anlage zur Verfügung gestellt haben. Ihr gebt Euch immer so viel Mühe und seid so perfekte Gastgeber! Beim nächsten Mal sind wir auf jeden Fall wieder gerne mit dabei. Es war einfach ein super genialer Familientag mit unseren Pferden.


Schlagwörter: , , ,
Copyright 2018. All rights reserved.

VeröffentlichtJuni 22, 2018 von Sabine in Kategorie "Turnier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.